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Osterkonzert der Bläserphilharmonie

Von A wie „Aquarium“ bis Z wie „Zarenbraut“ – die Bläserphilharmonie verspricht ein Osterkonzert der Kontraste

Was wäre der Ostersonntag in Wertingen ohne den musikalischen Jahreshöhepunkt der Bläserphilharmonie? Das schon seit vielen Jahren zur Tradition gewordene Osterkonzert unter der Leitung von Tobias Schmid findet am Ostersonntag, den 21. April um 20 Uhr in der Wertinger Stadthalle statt. Wie bereits andeutet, dürfen sich die Zuhörer auf ein vielseitiges und variantenreiches Konzertprogramm freuen: So wird eines der berühmtesten Werke Paul Hindemiths – Symphonic Metamorphosis aus dem Jahr 1943 – erklingen, das Hindemith im Exil komponierte und in seiner Thematik zur europäischen romantischen Musiktradition gehört. Hindemith, der im Nationalsozialismus als „atonaler Geräuschemacher“ diffamiert wurde, schuf mit den Symphonischen Metamorphosen ein weltbekanntes Orchesterwerk, das im Repertoire der meisten internationalen Sinfonieorchester einen festen Platz hat. Mit einer Berühmtheit in diesem Ausmaß kann zwar der Komponist des Stücks „Hymne“, Alexander Stütz, (noch) nicht dienen, jedoch ist der 26-jährige Musiker beileibe kein Unbekannter: Als begnadeter Trompeter gestaltete er schon so manches anspruchsvolle Solo in Konzerten der Bläserphilharmonie. Umso mehr freuen sich jetzt die Musikerinnen und Musiker, eine eigene Komposition von Alexander Stütz erstmals zur Aufführung zu bringen. Bereits 1899 erklang das erste Mal die Oper „Die Zarenbraut“ von Nicolai Rimsky-Korsakov, in der Liebe und Intrigen gleichermaßen eine musikalische Heimat finden.

Bleibende Quelle der Inspiration

Konzertmärsche stellen seit jeder Klassiker dar und bilden eine bleibende Quelle der Inspiration für die Marschmusik der Gegenwart. Der prachtvolle Konzertmarsch „Aurum“ von Bert Appermont aus dem Jahr 2013 wurde anlässlich des 50. Jubiläums des Dirigenten der Stadtkapelle Wolfach in Baden-Württemberg geschrieben. Das Wort Aurum ist die lateinische Bezeichnung für Gold und ein Verweis auf das goldene Jubiläum des Orchesterleiters. In die kleine Welt eines Aquariums taucht die Bläserphilharmonie mit der gleichnamigen Komposition von Johan de Meij ein. Sie stellt sechs Fische mit je einem eigenen Motiv vor, deren Bewegungen und Begegnungen in diesem Mikrokosmos für den Hörer musikalisch greifbar gemacht werden.

Das geschulte Ohr hört in Robert Jagers „Variations on a Theme of Robert Schumann“ aus dem Jahr 1968 erneut romantische Musik heraus. Kein Wunder, da sich der US-amerikanische Dirigent und Komponist in seinem Stück, wie der Name bereits verrät, auf Robert Schumann, den bedeutendsten Künstler der Romantik, beruft.

Einen eindrucksvollen Kontrast hierzu stellt das Werk „Incantation and Dance“ von John Barnes Chance aus dem Jahr 1963 dar. Es besteht aus zwei Teilen, die sich stark in Länge und Anmutung unterscheiden. „Incantation“ (Beschwörungsformel) ist eine kurze, schwermütige Melodie, die sehr geheimnisvoll und erwartungsvoll, jedoch scheinbar instabil ohne feste Tonart erklingt. „Dance“ beginnt ebenfalls ruhig, jedoch wird nach und nach ein ungemein komplexes und treibendes rhythmisches Muster aufgebaut.

Leider mischt sich in diesem Jahr im Vorfeld des Konzerts ein deutlicher Wermutstropfen unter die für gewöhnlich so euphorische und konzentrierte Probenarbeit: Der Dirigent der Bläserphilharmonie, Tobias Schmid, hat bereits angekündigt, dass er sein Amt zum Saisonende niederlegen wird. Bei allem Bedauern wohl ein umso größerer Ansporn für die Musikerinnen und Musiker, bei diesem letzten Osterkonzert unter der Leitung von Tobias Schmid ihr ganzes Können unter Beweis zu stellen.

Eintrittskarten zum Preis von € 12,00/€ 9,00 sind ab sofort bei allen Musikern des Orchesters, beim Gerblinger und im Büro der Musikschule Wertingen erhältlich.

(Patricia Rauch)