Lehrerkonzert als Auftakt zum Jubiläumswochenende

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Musikschule feiert 40-jähriges Jubiläum

Ein ganzes Wochenende hat sich die Musikschule reserviert für die Feierlichkeiten zum 40. Geburtstag seit der Gründung der Schule durch visionäre Verantwortliche im Jahr 1981. Zum Auftakt der Feierlichkeiten eröffnete die Musikschule den anstehenden Konzertreigen mit einem Konzert all der aktuell dort tätigen Lehrkräfte. Die Musikschule feiert sich selbst auf die Art, auf die sie es am besten kann, nämlich mit Musik.

Sylvie Ritzer, zweite Vorsitzende der Musikschule, betonte in ihrer Ansprache, dass es genau diese Vielfalt und Individualität, aber auch die persönliche Note eines jeden Lehrers sei, die die Schule zu dem macht, was sie ist. Jeder Lehrer ist auf seine Art eine Musikerpersönlichkeit, die mit Leib und Seele unterrichtet, aber auch gern auf der Bühne steht, mit anderen musiziert und seine Leidenschaft auslebt.

Als 1981 die Musikschule gegründet wurde, unterrichteten 7 Lehrkräfte. Nun, im Jahr 2021 ist die Zahl an Musikpädagogen, die ihr Können an Musikschüler weitergeben, auf 30 angewachsen.

Beim Konzertprogramm waren alle Fachbereiche mit Solisten, Duos und Ensembles vertreten. Die persönlich bevorzugten Musikstücke ergaben ein sehr abwechslungsreiches, kurzweiliges und überraschendes Programm mit einer Auswahl an Stücken vom Mittelalter bis in die zeitgenössische Musik.

Auch wenn viele Lehrer als Solisten oder Duopartner auftraten, so war es auch bei den Akteuren doch das Ensemble, welches als bevorzugte Besetzung gewählt wurde. So eröffnete das Blechbläsertrio mit Tobias Schmid an der Trompete, Markus Meyr-Lischka am Horn und Michael Rast an der Tuba das Konzert feierlich mit dem als Eurovisionsmelodie bekannt gewordenen „Preludium“ von Marc-Antoine Charpentier.

Blockflötistin lässt staunen

Eine Musikpädagogin hat ein beeindruckendes Exempel statuiert, wie das leider oft unterschätzte Instrument Blockflöte klingen kann. Das staunende Publikum applaudierte frenetisch für die charismatische Maria Wegner. Zusammen mit Manuel Schnell an den Trommeln zelebrierte sie eine mittelalterliche Estampie, ein Stampflied mit wechselnden Versen. Nicht weniger fesselnd war sie zusammen mit Jakob Steinsiek am Fagott, Sara Yago Mut an der Oboe und Angelika Iwanow am Klavier bei der Triosonate von Telemann zu erleben.

Johann Sebastian Bach hat für das Cello die sechs berühmten Solosuiten geschaffen. Sie gehören zu den meistgespielten Kompositionen für Streichinstrumente. Dass sie von einer Tuba gespielt werden, ist eher unüblich und stellt eine große Herausforderung für den Solisten dar. Michael Rast nahm diese an und zeigte seine enorme Atemtechnik und Musikalität.

Dunja Lettner und ihr Pianist Kirill Kvetniy vollbrachten mit dem Bravourstück „Hummelflug“ von Rimsky-Korsakow auf dem Xylofon ein zirkusreifes Kunststück.

Dass die Klarinette ein Instrument für die romantische Musik ist, das zeigte Heike Mayr-Hof und ihre einfühlsame Klavierbegleiterin Angelika Iwanow mit ausdrucksvoller und lyrischer Tonsprache.

Südamerikanisches Flair

In verschiedenen Ensembles zauberten Krystyna Hüttner an der Geige, Petra Schüßler am Saxofon, Renate Materna am Akkordeon, die Klarinettistin Sabrina Steinle, die Pianistin Angelika Iwanow, dem Gitarristen Hartmut Hüttner und Manuel Schnell an den Drums mit dem „Vals Criollo“ und dem lyrischen Musikstück „Zamba“ von Collatti, aber auch mit dem Tango „El Choclo“ von Villoldo südamerikanischen Flair in die Stadthalle. Mit viel Percussion trat die Combo aus den drei Schlagzeugprofis Dunja Lettner, Tobias Wiedenmann und Manuel Schnell, dem Bassisten Helmuth Baumann, dem Pianisten Kirill Kvetniy, der Querflötistin Karolina Wörle und dem Trompeter Tobias Schmid mit einer Rumba und einem Mambo von Richard Graf auf.

Rhythmisch ging es weiter. Der Fachbereich Schlagzeug ist umfangreich: neben Mallets, Pauken und Perkussion ist das Drumset das Hauptinstrument. Dunja Lettner und Manuel Schnell zeigten mit einem Duett für zwei Drumsets von Murray Houllif die Vielfalt der rhythmischen aber auch kammermusikalisch filigranen Möglichkeiten.

Auch wenn die avantgardistische, zeitgenössische Musik ein Nischendasein fristen muss, durfte es beim Programm des Lehrerkonzertes, auch einem Ort der Musikvermittlung nicht fehlen. Dafür gibt es an der Musikschule zwei Lehrkräfte, die sich diesem Stil verschrieben haben und das war auch zu hören: der Fagottist Jakob Steinsiek und die Oboistin Sara Yago Mut. Eine kurze Einführung zu dem Musikstück „Echoes“ von Thomas Andersson bereitete das Publikum auf die herausfordernde, aber durch das professionelle Spiel fesselnde Aufführung vor. Der motivierenden Ankündigung von Jakob Steinsiek, dass danach wieder „schöne Musik“ käme, wurden der Saxofonist Jan Kiesewetter und der Pianist Peter Reschka, beide über die Grenze der Augsburger Jazzszene hinaus bekannte Künstler, gerecht. Sie interpretierten den Jazzstandard „Like Someone in Love“ von Jimmy van Heussen in beeindruckend lässiger Art.

Nach dem letzten Stück, dem „Alexanders Ragtime Band“ von Irving Berlin, gespielt vom Blechbläsertrio bedankte sich Schulleiterin Heike Mayr-Hof bei allen beteiligten Kolleginnen und Kollegen, die den abwechslungsreichen Abend gestaltet haben. Nur so bekommen alle Freunde und Förderer Einblick in die Hardware der Musikschule, dem Lehrerteam.